„Initiative“-Plakate als getarnte CSU-Botschaft

Seit Wochen hängen in Kaufbeuren Plakate mit dem Titel „Die Initiative JA zum ForettleCenter informiert“. Darauf wird mit verschiedenen „objektiven Fakten“ für den Bau des Fachmarktzentrums geworben. Die Plakate gibt es in zwei Ausführungen (siehe Fotos unten).

Das Plakat der "Initiative JA zum ForettleCenter" in Ausführung "grün". Foto: Benjamin Linsner

Das Plakat der „Initiative JA zum ForettleCenter“ in Ausführung „grün“. Foto: Benjamin Linsner

Das Plakat der "Initiative JA zum ForettleCenter" in Ausführung "gelb". Foto: Benjamin Linsner

Das Plakat der „Initiative JA zum ForettleCenter“ in Ausführung „gelb“. Foto: Benjamin Linsner

 

Zunächst führten mich meine Recherchen ins Rathaus. Im Büro des Oberbürgermeisters wussten die Mitarbeiter zunächst nicht, welche Plakate ich meine. Laut Stadt Kaufbeuren unterliegen Plakate zu Wahlen oder politischen Abstimmungen keiner Genehmigungspflicht. Somit habe man keinen Überblick, wer innerhalb der Stadt Plakate zum Thema Forettle aufstelle. Das Ordnungsamt begründet diese Aussage mit dem Recht auf Meinungsfreiheit. Wer die „Initiative JA zum ForettleCenter“ ist, wisse man bei der Stadt nicht.

Bei flüchtiger Betrachtung wird dem Leser nicht klar, wer hinter den Plakaten steckt. Wer ist diese „Initiative JA zum ForettleCenter“? Wer genau hinsieht und im Idealfall noch eine Lupe zur Hand hat, erkannt einen ganz kleinen Hinweis. Verantwortlich zeichnet sich die CSU Ostallgäu. Namentlich wird ein gewisser Jens Gaiser genannt.

„Objektive Information“ ohne Quellennachweis

Interessant: Auf einem der Plakate wird die Behauptung aufgestellt, viele Kaufbeurer würden bis nach Mindelheim fahren, um in einer Filiale der Drogeriekette dm einkaufen zu können. Auf dem Plakat wird diese Aussage aus „objektive Information“ bezeichnet. Eine Quellenangabe findet sich für die Behauptung nicht.

Eine Anfrage bei der CSU-Geschäftsstelle vom 23.07.2014 sowie eine Anfrage bei Herrn Gaiser persönlich (24.07.2014) blieben bisher unbeantwortet. Auf Anrufe bei der Geschäftsstelle in Mindelheim wurde nicht reagiert.

Verbindung zur CSU wirft Fragen auf

Warum versteckt sich die CSU hinter Plakaten, die so gestaltet sind, dass ein Zusammenhang zwischen der Partei und dem Plakat zunächst nicht ersichtlich ist? Warum machen die Verantwortlichen keine Aussage, welche Erhebungen ihren Argumenten zugrunde liegen? Und warum will die Stadt Kaufbeuren nicht wissen, wer die „Initiative JA zum ForettleCenter“ ist?

Auf den Plakaten findet sich ein QR-Code und ein Link, welcher auf eine facebook-Seite mit dem Namen „JA zum ForettleCenter“ führt. Hier wird im Impressum allerdings nicht die CSU genannt. Stattdessen findet sich die „Initiative JA zum ForettleCenter GbR“ mit Sitz in der Märzisriederstraße im Ortsteil Oberbeuren als Verantwortlicher. Auf dem facebook-Auftritt finden sich auch die grünen Anzeigen mit dem Slogan „Ich bin für das ForettleCenter“, mit denen auch im Kreisboten für das Fachmarktzentrum geworben wird.

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Die „kleinen Hetzkästchen“ im Kreisboten

In den letzten Wochen ist insbesondere der Kreisbote durch seine Berichterstattung aufgefallen. Die Piratenpartei machte auf ihrer Homepage auf die „kleinen Hetzkästchen“ aufmerksam. Ich habe nachgezählt und in den letzten Ausgaben insgesamt 23 Anzeigen gefunden, die sich mit dem Bürgerbegehren befassen. Davon werben lediglich vier Anzeigen gegen das Forettle-Center, 19 Anzeigen rufen den Leser dazu auf, für das Einkaufszentrum zu stimmen.

Alle Anzeigen sind ordentlich gekennzeichnet, rechtlich steht dem nichts entgegen.

Eine Übersicht der E-Paper-Ausgaben findet sich hier.

Warum gibt es so viele Pro-Fachmarktzentrum-Anzeigen?

Anzeigenleiter Alfred Bloos bekräftigt in einem Telefonat (23.07.2014): „die Gegenseite hat nicht mehr Anzeigen geschaltet. Wir können keine Anzeigen weglassen, die für das Forettle-Center werben, da wir rechtlich verpflichtet sind, alle Anzeigen zu veröffentlichen“. Weiterhin bekräftigt Bloos, die Thematik sei innerhalb der Redaktion umfangreich diskutiert worden. „Der Chefredakteur wollte die vielen Anzeigen, egal ob Pro- oder Contra-Fachmarktzentrum, gar nicht im Blatt“, so der Anzeigenleiter.

Der Offenburger Medien-Professor Thomas Breyer-Mayländer sieht für die Ablehnung von Werbeanzeigen dagegen durchaus Möglichkeiten. In seinem Standardwerk „Wirtschaftsunternehmen Verlag (erschienen im Bramann-Verlag), beschäftigt sich der Medienwissenschaftler mit dem sog. Kontrahierungszwang. Laut Breyer-Mayländer liegt dieser nur bei „monopolartiger Alleinstellung einer Lokalzeitung“ vor. Dies ist in Kaufbeuren jedoch nicht der Fall. Bloos selbst merkte im Gespräch an, dass mit der „Allgäuer Zeitung“ ein weiteres Medienunternehmen im lokalen Markt tätig ist. Weiterhin bestehe laut Breyer-Mayländer ein Ablehnungsrecht, wenn die Anzeige gegen die „redaktionelle Leitlinie“ verstößt. Dieser Fall trete besonders häufig bei politischen Anzeigen auf.

Über den Verantwortlichen der roten Anzeigen, in denen Wählertäuschung vorgeworfen und der Neubau des Stadions als Irrsinn bezeichnet wird, könne Bloos keine Auskunft geben. „Nur wenn sich die Staatsanwaltschaft einschaltet, dürfen wir den Auftraggeber nennen“, betont er. Die Piratenpartei veröffentlicht auf ihrer Internetseite Spekulationen über die Hintermänner. Demnach seien die „Regierungsfraktionen CSU und KI involviert„.

Fragen bleiben unbeantwortet

Insgesamt hatte ich dem Kreisboten sechs Fragen zu der Anzeigenproblematik gestellt. Diese sind nachfolgend unverändert aufgelistet:

  • 1 Wurde auf die Zusammenhänge der o.g. Personen, Parteien und Wirtschaftsunternehmen bewusst keine Rücksicht genommen?
  • 2 Warum werden die Anzeigen direkt neben dem redaktionellen Teil platziert und nicht an anderer Stelle im Blatt, wo sie nicht auf einen Blick mit dem zugehörigen redaktionellen Teil zu erfassen sind?
  • 3 Wer zeichnet sich für die roten Anzeigen (z.B. „Wählertäuschung“) verantwortlich (Auftraggeber, Verantwortlicher)?
  • 4 Wie hoch sind die Einnahmen, die der Kreisbote mit den oben genannten 19 Anzeigen generiert, die sich für das Fachmarktzentrum aussprechen?
  • 5 In der Ausgabe vom 02.07. findet sich eine Anzeige mit dem Titel „Herzlichen Glückwunsch“ (Jubiläumsbeilage S. 43). Darin gratulieren die CSU-Abgeordneten Franz Josef Pschierer und Stephan Stracke zum Jubiläum. 
    • 5a Wie viel hat die CSU dem Kreisboten für diese Anzeige bezahlt oder gab es ggf. ein Entgegenkommen anderer Art? 
    • 5b Gab es von anderen Parteien ebenfalls Anfragen, solch eine Anzeige zu schalten? Wenn ja, warum wurden diese nicht veröffentlicht? 
  • 6 Gibt es Beziehungen zwischen Mitarbeitern des Kreisboten und den in Kaufbeuren aktiven Parteien/politischen Organisationen?

Zum weiteren Vorgehen

Ich habe bereits umgehend eine Anfrage an die CSU sowie die Kaufbeurer Initiative gestellt. Die zentrale Frage lautet schlicht „Zeichnen Sie sich für die roten Anzeigen im Kreisboten verantwortlich? Aus „ermittlungstaktischen-Gründen“ möchte ich vorerst nicht auf das weitere Vorgehen eingehen. – The enemy is watching you 😉


Kommentar
Schweigen um jeden Preis?

Abgesehen von Frage 3, welche laut Bloos aus rechtlichen Gründen nicht beantwortet werden könne, wurde auf keine der Fragen zufriedenstellend eingegangen. Viel mehr wurden die Fragen ignoriert. Redaktionen haben regelmäßig mit unbeantworteten Recherchefragen zu kämpfen. Bei einer Anfrage gegenüber einem Medienunternehmen, hatte ich mir mehr daher Offenheit erhofft. Das Gegenteil ist eingetreten: zunächst wurde mir in einer E-Mail vorgeworfen, ich würde dem Unternehmen „Käuflichkeit“ unterstellen.

Leider ist die Unterscheidung von „unterstellen“ und „kritisch nachfragen“ nicht bei allen Medien in diesem Land geläufig. Ich hatte nicht einmal zu Suggestivfragen gegriffen, dennoch fühlte sich mein Gegenüber angegriffen. Dieses Verhalten macht einen Recherchepartner noch verdächtiger. Wer sich mit allen Mitteln darum windet, unangenehme Fragen beantworten zu müssen, hat meist etwas zu verbergen.

Benjamin Linsner

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„Neutraler“ Vermittler: Mein aktives Kaufbeuren

Die Gruppe „Mein aktives Kaufbeuren“ setzt sich vorwiegend für die Interessen junger Bürgerinnen und Bürger ein. Mit zwei Infoständen am 24. und 26. Juli möchte MAK „neutrale Informationen ohne Wahlempfehlung“ geben. Bei der „MAK“ handelt es sich um einen eingetragenen Verein, der sich ausdrücklich in seiner Satzung von einer Partei distanziert. Dennoch können die Mitglieder der Wählerinitiative bei Kommunalwahlen antreten

Wer steckt hinter MAK?

Im Vorstand der MAK finden sich Namen wie Andreas Weiss, Kathrin Zajicek oder Sebastian Zajicek. Dem ein oder anderen Wähler kommen diese Personen sicher bekannt vor. Bei den vergangenen Kommunalwahlen im März kandidierten diese drei Personen für die FDP. Wie kann „Mein aktives Kaufbeuren“ nun also „neutral und ohne Wahlempfehlung“ informieren? Ich habe nachgefragt und zitiere nachfolgend die Antwort von Andreas Weiss (erhalten über den facebook-Auftritt der Organisation).

Obwohl die Kommunalwahl eine reine Kopfwahl ist, unterliegt sie der Gruppierung in Listen. Dies sind meist Parteien. Wie auch bei den Grünen in KF, bestand die FDP Liste zum Großteil aus Nicht-FDP-Mitgliedern. Für uns als junge Politiker war dies die einfachste Möglichkeit an der Wahl teilzunehmen. Wir haben alle unseren eigenen Kopf und möchten mit MAK erreichen, nicht einem festgeschriebenen Parteibuch zu folgen, sondern – gleichberechtigt in der Gemeinschaft – Ideen und Lösungswege für KF zu erarbeiten. Dass Kathrin Zajicek mit in unserem Verein ist, zeigt also auch, dass sie selbst eine eigene Meinung hat, und nicht der Vorgaben ihrer Fraktion folgt. Wir haben sie aber bewusst beim Thema Forettle nicht miteinbezogen. (aw)

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Forettle: Hintergründe der Beteiligten

Auf dieser Seite soll näher auf persönliche Beziehungen und Hintergründe der Protagonisten eingegangen werden. Wer „bussiert“ mit wem? Und wo verschmelzen politische und wirtschaftliche Interessen?

Bereits im mittelalterlichen Kaufbeuren zählten die Handels- und Gewerbetreibenden zu den Oberen der Stadt. Auch heute finden sich einige Gewerbetreibende im Stadtrat, zum Teil mit in der Altstadt ansässigen Unternehmen. Politiker und Wirtschaftsfunktionär. Lobbyismus par excellence?

 

Dr. Henrik Aldinger (Investor, Unternehmer)

Auf der Internetseite der Unternehmensgruppe Dr. Aldinger & Fischer könnte zukünftig auch Kaufbeuren gelistet sein. Screenshot: www.aldinger-fischer.de

Auf der Internetseite der Unternehmensgruppe Dr. Aldinger & Fischer könnte zukünftig auch Kaufbeuren gelistet sein. Screenshot: www.aldinger-fischer.de

Wer ist eigentlich der Investor, der 25.000 Euro in ein 10.000 Quadratmeter großes Einkaufsareal stecken möchte? In der Vergangenheit ist Dr. Henrik Aldinger bereits durch seine Beteiligung an mehreren Großprojekten in Erscheinung getreten – und hatte dabei nicht immer Erfolg.

Dr. Henrik Aldinger investiert mit der Unternehmensgruppe Dr. Aldinger & Fischer in verschiedene Großbauprojekte. Der Hauptsitz der Dr. Adliger & Fischer und Grundbesitz Vermarktungs GmbH liegt idyllisch am Schlachtensee in Berlin. An der Ecke „An der Rehwiese“ und der Spanischen Allee. Zum großen Wannsee ist es von dort nicht weit.

Das Unternehmen ist vielschichtig aufgebaut und beinhaltet diverse Beteiligungsgesellschaften. So ist die Dr. Aldinger und Fischer Beteiligungs GmbH alleiniger Aktionär der schwäbischen Wohnungs AG. Diese wiederum umfasst die Cloud No7 GmbH, welche einen Hotel- und Wohnkomplex in Stuttgart errichtet.

Das Projekt im Stuttgarter Europaviertel stand fünf Jahre in der Diskussion, bevor mit dem Bau der 18-Stöckigen Luxus-Anlage begonnen wurde. Der Komplex soll 170 Zimmer, 58 Luxuswohnungen und zwei Penthäuser mit je 500 Quadratmetern beinhalten. Bis heute steht die Fertigstellung von Cloud No7 aus.

Weitere Informationen zum Luxus-Projekt Cloud No7 finden sich in diesen Dokumenten der Börse Stuttgart.

„Größenwahn und Gigantomanie“

Bauprojekte dieses Ausmaßes sind für die Unternehmensgruppe Dr. Aldinger & Fischer nicht neu. Bereits 2010 wurde dem Investor in der Berliner Morgenpost „Größenwahn und Gigantomanie“ vorgeworfen. Damals ging es um den Bau eines Fachmarktzentrums im Potsdamer Drewitz-Park. In diesem Zusammenhang wurde Dr. Aldinger von Gegnern des Projekts vorgeworfen, er habe sich „politische Fürsprecher mit einer Spende gekauft“.

Diese Vorwürfe erhärteten sich einem Bericht der Potsdamer Neueste Nachrichten zufolge. Demnach habe Aldinger dem CDU-Ortsverband Drewitz bereits 2008 eine Spende über 1.000 Euro für den Kommunalwahlkampf zukommen lassen. Eine verzichtbare Summe für den Immobilien-Investor, immerhin beträgt das Investitionsvolumen der Unternehmensgruppe nach eigenen Angaben 2,1 Milliarden Euro. In einem weiteren Bericht der Potsdamer Neueste Nachrichten ist sogar von 2 Spenden á 1.000 Euro die Rede. In selbigem Bericht sagte Aldinger aus, Spenden seien nichts ungewöhnliches und er „schmiere keinen“. So habe Aldinger ebenso Spendengelder an die Berliner SPD und FDP gezahlt.

2009 kaufte Dr. Aldinger ein Waldgrundstück in Kirchsteigfeld (Potsdam), um daraus einen Gewerbe- und Handelsstandort zu machen. In der Bevölkerung bildete sich reger Widerstand gegen das Vorhaben, da das Grundstück ursprünglich als Erholungsgebiet ausgewiesen war. Drei Jahre später gewann Aldinger eine Unterlassungsklage, die der Kirchsteigfeld-Bürgerinitiative die Behauptung untersagt, Aldinger hätte Einsicht in Akten zum Verkauf des Waldstücks angeboten.

Aus dem vergangenen Jahr findet sich ebenfalls ein Bericht, über ein misslungenes Aldinger-Projekt. Im Brandenburgischen Falkensee wollte der Berliner Investor eine McDonald’s-Filiale und eine Tankstelle errichten. Der Hauptausschuss stellte sich 2013 gegen die Pläne der Stadtverwaltung und verhinderte so das Vorhaben.

Die Verbindung Dr. Aldinger – Dr. Ehlers

In einem Bericht des Kreisboten vom 22.06.2013, wird neben Herrn Dr. Aldinger ein gewisser Dr. Jochen Ehlers genannt.  Herr Dr. Ehlers ist Geschäftsführer der A&F Grundbesitz Kaufbeuren GmbH. Worauf der Autor nicht eingeht, ist die Tatsache, dass Herr Ehlers seit 2008 Mitglied der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe Dr. Aldinger & Fischer ist. Auf der anderen Seite ist Dr. Henrik Aldinger Geschäftsführer der A&F Grundbesitz Kaufbeuren GmbH.

Der Name A&F Grundbesitz Kaufbeuren GmbH darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieses Unternehmen in Berlin registriert ist (Handelsregister HRB115912B). Ebenfalls an der selben Adresse wie die zuvor genannte Unternehmensgruppe. Bei der A&F Grundbesitz Kaufbeuren GmbH handelt es sich um einen weiteren Baustein im Immobilien-Imperium des Dr. Aldinger.

Die GmbH besteht seit dem 4. April 2012 und befasst sich laut Handelsregister mit der „Vermittlung und Verwaltung von Grundstücken, Gebäuden und Wohnungen für Dritte„. Im Kaufbeurer Stadtrat wurde das Thema Fachmarktzentrum jedoch erst im Juli 2012 näher diskutiert. Die A&F Grundbesitz Kaufbeuren GmbH wurde also bereits gegründet, bevor Aldinger die Zusage für das Bau-Projekt erhalten hatte. 

Sonstige Verbindungen

Zusammen mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft stand Dr. Adliger 2007 auf der Gästeliste des „Liberty Award“ der Nichtraucher-Initiative „Forum Rauchfrei. 2010 war er Gast beim Neujahrsempfang der Berliner Morgenpost, an dem u.A. auch Guido Westerwelle (FDP) teilnahm.

 

Stefan Bosse (Oberbürgermeister, CSU)

Bosse hegt bereits seit Jahren den Wunsch, ein Großprojekt zu verwirklichen. Im Jahre 2010 setzte sich Bosse für ein Projekt ein, das in Kaufbeuren die „weltgrößte Christusstatue“ mit angrenzendem Pilgerhotel errichten wollte.

Ein Jahr später wollte der Oberbürgermeister einen Rundwanderweg um den Bärensee realisieren. Damals bezeichnete Bosse das Vorhaben als „politischen Willen„, übersah jedoch dabei den „Willen des Bürgers“. Gegen das Vorhaben formierten sich zahlreiche Bürger und Organisationen, darunter viele Umweltverbände.

Warum könnte sich Herr Bosse für das Fachmarktzentrum einsetzen?

Beide vergangenen Projekte wurden bis heute nie realisiert. Bosse sehnt sich danach, sich durch ein Großprojekt ein Denkmal zu setzen. Die Frage, in wie weit wirtschaftliche Interessen bzw. Absprachen mit der Wirtschaft das Projekt Forettle-Center beeinflussen, ist gegenwärtig noch offen. Die lokalen Medien scheinen in diese Richtung nicht zu recherchieren.

Lediglich in einem Interview des Kreisboten vom 23.07. (S. 9) wird Herr Bosse auf geheime Absprachen angesprochen. Er sagt aus, dass es „keine geheimen Absprachen“ gäbe. Diese Aussage kann jedoch nicht als manifest gesehen werden. Sollte es tatsächlich geheime Absprachen zwischen Politik und Wirtschaft geben, würde dies niemand öffentlich in einem Zeitungsinterview zugeben. Die Methodik dieses Interviews ist somit in Frage zu stellen und dessen Aussagen können nicht wertend in die Betrachtung einbezogen werden.

 

Joachim Joanni (Gastronom, Stadtrat, CSU)

Im Kreisbote vom 19.07.2014 findet sich auf Seite 2 ein Leserbrief eines Herrn Joachim Joanni. Wichtig ist hierbei, dass Joanni Gastronom ist und für die CSU im Stadtrat sitzt. Auf diese Fakten geht die Zeitung nicht ein. Herr Joanni beklagt die Absagen einiger Unternehmen und wirft die Frage auf, ob die Befürworter des Wohnungsprojektes sich für die Interessen des Unternehmens V-Markt einsetzen.

Nebenbei: Im Café Essbar (Kaiser-Max-Straße) lagen vor den Kommunalwahlen Bierdeckel der CSU aus, die für Herrn Joanni geworben haben. Hier hat der Gastronom selbst ein Café als einen öffentlich gut besuchten Platz benutzt, um für seine politische Karriere zu werben. Hier sind Eigeninteressen im Spiel.

Warum könnte sich Herr Joanni für das Fachmarktzentrum einsetzen?

Das Fachmarktzentrum bietet die Möglichkeit, neben diversen Einzelhandelsunternehmen auch Gastronomie anzusiedeln. Als Mitglied des Stadtrates kann der Gastronom seine Chancen, ein weiteres Geschäft eröffnen zu können, beeinflussen.

 

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Kaufbeurer Bürgerbegehren: Die Hauptcharaktere

Seit Wochen liefern sich Befürworter und Gegner des Bebauungsplans für das Kaufbeurer Forettle einen erbitterten Schlagabtausch. Beide Seiten werben für ihre Pläne, entweder ein Fachmarktzentrum auf dem Gelände zu errichten, oder eine Wohnanlage.

An dieser Stelle soll das Streitthema medial betrachtet werden. Wer berichtet was? Gibt es tendenziöse Berichterstattung? Und welche politische Organisation wirbt eigentlich mit den meisten Anzeigen für ihre Pläne? Welche Zusammenhänge werden von den Medien komplett vernachlässigt?

Dieser Blog soll aber auch Aufschluss über meine eigenen Recherchen zu diesem Thema geben.

Die Hauptcharaktere

Wer spielt im Fall Forettle eigentlich eine Rolle? Die wichtigsten Persönlichkeiten und Organisationen sind nachfolgend kurz nach Organisation bzw. Interesse aufgelistet:

CSU (Pro Fachmarktzentrum)

  • Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU): Bosse spricht sich für das Fachmarktzentrum aus. Steht wegen „Kritisierung der freien Meinungsäußerung“ in der Kritik (s. Kreisbote vom 19.07., S. 3)
  • Stadtrat Helmut Folter (CSU): Eigentümer einer Fahrschule, hat als Unternehmer wirtschaftliche Eigeninteressen
  • Stadträtin Dr. Erika Rössler (CSU): Oberärztin und Kulturbeauftragte der Stadt Kaufbeuren
  • Mitglied des Bundestages Stephan Stracke (CSU)
  • Stadtrat Dr. Thomas Jahn (CSU): Rechtsanwalt
  • Stadträtin Sylwia Pohl (CSU)

Kaufbeurer Initiative (Pro Fachmarktzentrum)

  • 3. Bürgermeister Ernst Holy

Initiative Ja zum Fachmarktzentrum (Pro Fachmarktzentrum)

  • etwas fadenscheinige Gruppierung, die keine eigene Webseite besitzt. Nur ein facebook-Auftritt gibt Informationen über das Bündnis. Verantwortlich für zahlreiche Plakate in der Kaufbeurer Innenstadt (auf den ersten Blick ist der Verantwortliche der Plakate nicht erkennbar). Verantwortlich ist laut facebook-Impressum ein gewisser Peter Hartmann, der nicht weiter genannt wird und seine Person in den Hintergrund stellt.

Bürgerbegehren „Ja! Zum neuen Stadtviertel“ (Contra Fachmarktzentrum)

  • SPD
  • Bündnis 90 Die Grünen
  • FDP
  • Freie Wähler

Sonstige Personen mit begründetem Interesse

Unternehmen mit begründetem Interesse

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„24 Stunden von Bayern“ Blog

Hier erfahrt IHR alle Neuigkeiten rund um die 24 Stunden von Bayern. Den ausführlichen Vorbericht könnt IHR hier online lesen.

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Videosequenzen zum Windhoeker Karneval

Für das TV-Magazin „11 Uhr 11 TV“ habe ich einige Videoaufnahmen während des Windhoeker Karnevals in Namibia gemacht. Diese werden im eingebetteten Ausschnitt gezeigt. Mit freundlicher Genehmigung von 11 Uhr 11 TV.

 

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Feature: Bier in Namibia

Flaschenfuellerei

Erläuterung zum Beitrag
Aktuell zum „Tag des deutschen Bieres“ habe ich das Thema Brauen auf Namibia heruntergebrochen. Ein Besuch bei der Namibischen Brauerei bildete die Grundlage für dieses Feature. Weiterlesen ›

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Glosse: Gruppenreise ins Sossusvlei

Namibwüste

Erläuterung zum Beitrag
Reiseberichte gibt es viele. Daher habe ich für die Allgemeine Zeitung Windhoek eine Glosse über eine Gruppenreise in die Namibwüste geschrieben. Alle Bilder wurden von mir selbst aufgenommen. Weiterlesen ›

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Namibia

An dieser Stelle möchte ich über meine Erlebnisse in Namibia berichten. Ab April 2013 werde ich in Windhoek 3 Monate für die Allgemeine Zeitung arbeiten.

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